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Regionalklasse bei der Kfz Versicherung

Wahrscheinlichkeiten und Statistiken dienen Versicherungsgesellschaften dazu, Risiken richtig einschätzen zu können. Die Ergebnisse dieser Berechnungen fließen später in die Beitragskalkulation ein, um für ein gewisses Maß an Gerechtigkeit zu sorgen. Ein Beispiel dafür ist die Regionalklasse bei der Kfz-Versicherung. Sie gibt den Unternehmen Auskunft über die Schadenhäufigkeit in bestimmten Regionen. In Städten und Gemeinden, in denen häufiger Leistungen erbracht werden müssen, sind die Prämien für die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Kaskopolice dementsprechend höher als in Regionen, die weniger unfallträchtig sind.

Der Indexwert bestimmt die Regionalklasse

Festgelegt wird die Regionalklasse von den Kfz-Versicherern. Die Grundlage liefert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Form eines Indexwertes. „Der für einen Zulassungsbezirk angegebene Indexwert errechnet sich aus der Höhe und der Anzahl der Schäden, die von den Autofahrern mit dem jeweiligen amtlichen Kennzeichen insgesamt verursacht und von der Versicherung reguliert wurden“, erklärt der GDV dazu auf seinen Seiten. Ausgegangen wird von einem Durchschnittswert von 100 Prozent. Alle Werte darüber sprechen für eine höhere Unfallwahrscheinlichkeit. Ein niedriger Indexwert steht für weniger bzw. nicht ganz so teure Unfälle.

Berechnung erfolgt zum 1. Oktober

Was heißt das nun für Versicherungsnehmer? Letztlich nur so viel, dass der Wohnort Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie hat. Einfluss kann man auf diesen Faktor nur bedingt nehmen. Dazu müsste dann schon ein Umzug in Betracht gezogen werden – das wäre allerdings mit sehr viel Aufwand verbunden und rechnet sich nicht wirklich. Anders als bei der Typklasse, die das Fahrzeug an sich betrifft, lässt sich über die Regionalklasse im Vorfeld nur schwer bis gar nicht an der Preisschraube drehen. Da die Indexwerte für die Kfz-Haftpflicht, die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung Jahr für Jahr jeweils zum 1. Oktober durch einen Treuhänder neu berechnet werden, besteht allerdings die Chance, dass auf Dauer eine bessere Regionalkasse greift.

Günstigere Einstufung in ländlichen Regionen

Wer sich vorab informieren möchte, wie es um die Regionalstatistik im Zulassungsbezirk bestellt ist, kann dazu das kostenlose Tool des GDV nutzen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Indexwerte für die Regionalkasse in ländlichen Gebieten besser ausfallen als in Großstädten. Das liegt schlichtweg an der Verkehrs- und Fahrzeugdichte. Dort, wo nur wenige Autos unterwegs sind, werden auch seltener Schäden gemeldet. Das gilt im Übrigen nicht nur für Autos, sondern auch für Motorräder. Interessant ist die Überlegung, dass eine Ummeldung des Fahrzeugs beim Umzug innerhalb eines Bundeslandes entfallen und sich die Regionalstatistik künftig am Kreisgemeindeschlüssel orientieren soll.

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