Sie sind hier: kfzversicherungen.org > Expertenblog
Donnerstag, den 17. Mai 2012

02.06.2011
Kein Rückgang bei Verkehrsunfällen im Jahr 2010




Die Zahlen des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2010 zeigen sehr unterschiedliche Entwicklungen auf. Wenig erfreulich ist, dass die Zahl aller von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle angestiegen ist. So liegt dieser Wert bei nunmehr 2,4 Millionen, was einem Zuwachs von 3,8 % entspricht, verglichen mit dem Jahr 2009. Hierbei lohnt aber ein Blick auf die genaue Verteilung, denn gestiegen sind lediglich die Zahlen für Unfälle mit Sachschäden um 5,5 %, während die Unfälle mit Personenschaden um 7,1 % zurückgingen. Welches Fehlverhalten führt aber zu schweren Verkehrsunfällen und in welchem Bundesland sind die Straßen am gefährlichsten?

Verkehrstote 2010 – Bilanz, die Hoffnung macht

Im vergangenen Jahr 2010 kamen laut den erwähnten Erhebungen des Statistischen Bundesamts auf den Straßen Deutschlands 3651 Menschen ums Leben. Eine Zahl, die im Vergleich zu 2009 um 12 % niedriger ausfällt. Die positive Entwicklung der letzen Jahre setzt sich somit fort. Denn die Zahl der getöteten Menschen fällt mit einigen Ausnahmen schon seit Jahrzehnten.

2010 erreichte sie sogar den niedrigsten Stand seit 60 Jahren und lag nun erstmals unter dem Wert von 4000 Toten. Auch die Zahl der Schwerverletzten ging verglichen mit 2009 um knapp 6000 Personen auf 62 621 zurück. Ein Rückgang, der auch bei der Gruppe der Leichtverletzten zu konstatieren ist, die eine Abnahme von über 20 000 Personen aufwies und auf eine Anzahl von 308 519 kommt.

Täglich sterben aber immer noch 10 Menschen im Straßenverkehr

Auch wenn die genannte Zahl im Jahr 2010 einen rückläufigen Trend der Verkehrstoten bestätigt. Noch immer kommen wie in der Überschrift benannt 10 Menschen am Tag auf deutschen Straßen ums Leben. Zudem werden täglich mehr als 1000 Verkehrsteilnehmer verletzt. Die Abnahme an Verkehrstoten in Deutschland verdeutlicht aber noch eine weitere Zahl sehr eindrücklich.

So steigt zwar weiterhin der Fahrzeugbestand auf den Straßen hierzulande, im Jahr 2010 auf rund 52,3 Millionen, doch auf 10 000 Fahrzeuge kommt nur noch ein getöteter Verkehrsteilnehmer. Zum Vergleich im Jahr 1970 lag die Zahl der Verkehrstoten noch bei 21 332, wodurch sich zehn Verkehrstote auf 10 000 Fahrzeuge ergaben.

Was sind die Unfallursachen?

Schaut man sich nur die Unfälle mit Personenschaden an, erkennt man als Hauptgrund eine nicht angepasste Geschwindigkeit durch den Unfallverursacher. Als zweithäufigster Grund lassen sich wiederum Fehler unter anderen beim Abbiegen, Rückwärtsfahren oder Wenden ausmachen. Natürlich spielt auch der Alkohol eine große Rolle bei schweren Unfällen. Allerdings ist es erfreulich, dass er als Unfallursache gegenüber 2010 seltener auftrat, konkret kann man eine Reduzierung um 14 % verzeichnen.

Neben den Unfallursachen, die durch falsches Verhalten des Fahrzeugsführers entstehen, liegt bei den allgemeinen Ursachen für Unfälle mit Personschaden der wetterbedingte Punkt von Glätte durch Schnee oder Eis an der ersten Stelle. Weitere grundsätzliche Ursachen sind vor allem:

• Glätte durch Regen

• Technische Mängel am Fahrzeug, beispielsweise Bereifung oder Bremsen

• Nebel

• Wild auf der Fahrbahn

Welches Bundesland hat die gefährlichsten Straßen?

Beim Blick auf die Verteilung der Verkehrstoten im Bundesgebiet sieht man Bayern auf dem vordersten Platz. Dort kamen 2010 exakt 697 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Gefolgt wird Bayern von Nordrhein-Westfalen mit 549 Toten und von Baden-Württemberg mit wiederum 490 getöteten Verkehrsteilnehmern. Allerdings handelt es sich hierbei um absolute Zahlen, weshalb es wenig verwundert, dass die wenigsten Verkehrstote in den Stadtstaaten Bremen (13) und Hamburg (22) festzustellen waren. Insgesamt nimmt aber die Zahl in allen Bundesländern im Vergleich zum Jahr 2010 ab. Einzige Ausnahme ist hierbei Bremen, das mit 13 Toten den gleichen Wert wie im vorherigen Jahr aufweist.

Interessanter ist natürlich, wie die Zahl der Todesopfer im Vergleich zur Einwohneranzahl der Bundesländer ausfällt. Der Wert für das ganze Bundesgebiet liegt bei 45 Toten je 1 Million Einwohner. Deutlich über diesem Schnitt rangiert Brandenburg mit 76 Toten, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 67 getöteten Personen und Mecklenburg-Vorpommern mit 65 Toten. Diese drei Bundesländer sind somit die gefährlichsten Regionen im deutschen Straßenverkehr.

Gründe für den Rückgang der Verkehrstoten

Die Anzahl der Verkehrstoten nimmt nun schon seit 1974 mit einigen wenigen Unterbrechungen von Jahr zu Jahr immer weiter ab. Neben den immer höheren Sicherheitsstandards, die heutzutage moderne Kraftfahrzeuge besitzen, ist der rückläufige Trend bei den Verkehrstoten aber auch auf gesetzliche Änderungen in den letzten Jahrzehnten zurückzuführen. Zu den wichtigsten verkehrspolitischen Meilensteinen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zählen:

• März 1974: Einführung der Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen

• August 1980: Helmtragepflicht für Zweiradfahrer

• August 1984: Einführung der Gurtanlegepflicht

• Mai 1998: Höchstgrenze für Blutalkoholkonzentrationswert wird auf 0,5 Promille gesenkt

Zusammenfassung der Entwicklung in 2010

Bilanzierend stellt man fest, dass auch im Jahr 2010 die Strassen in Deutschland sicherer geworden sind. Weniger Verkehrstote sind eine erfreuliche Entwicklung, die vor allem auf bessere Sicherheitskonzepte der Automobilhersteller zurückzuführen ist. Aber auch die gesetzlichen Verschärfungen vergangener Jahre für den Straßenverkehr, beispielsweise die Herabsetzung der erlaubten Blutalkoholkonzentrationswerte für Autofahrer, sind hierfür verantwortlich.

Negativ ist jedoch anzumerken, dass die Anzahl der bundesweiten Verkehrsunfälle im Jahr 2010 angestiegen ist. Bezüglich des Fehlverhaltens der Autofahrer stellt eine nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache für Unfälle mit Personenschaden dar. Schlussendlich bleibt zu hoffen, dass sich der angesprochene Trend des Rückgangs der Verkehrstoten auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzt.